Überwältigende Unterstützung für die Ölheizung

Knapp 12.000 Haushalte beteiligten sich an unserer Umfrage unter Österreichs Ölheizungsbesitzern (SurveyMonkey, 2021). Das Ergebnis: Die Ölheizer sind mit ihrem Heizungssystem hochzufrieden und möchten dieses auch künftig nicht missen. „Die Ergebnisse der Umfrage sollten uns dabei helfen, die Situation der heimischen Ölheizungsbesitzer noch besser zu verstehen“, erklärt IWO-Österreich-Geschäftsführer Mag. Martin Reichard. „Damit wir deren Interessen und Anliegen gegenüber der Politik und in der Öffentlichkeit optimal vertreten können.“

Riesig war die Beteiligung: knapp 12.000 ausgefüllte Umfragebögen bzw. eingegebene Online-Umfragen langten in der IWO Zentrale ein. Antworten kamen aus allen Bundesländern und von Haushalten unterschiedlicher Größe und zeigen, welchen hohen Stellenwert die bei der Umfrage angesprochenen Themen bei den Ölheizungsbesitzern einnehmen.

Die Mehrheit der Umfrageteilnehmer sind Bewohner von Ein- oder Mehrfamilienhäusern, die beheizte Wohnfläche lag mehrheitlich bei mehr als 100 Quadratmetern (101 bis 150 m2: 54 Prozent; über 150 m2: 30 Prozent). Rund zwei Drittel heizen mit einem Öl-Brennwertgerät, davon 21 Prozentpunkte mit einer Hybridanlage.

Was sich ebenfalls anhand der Umfrageergebnisse zeigte: Ölheizungsbesitzer bleiben ihrer Ölheizung treu. Deutlich mehr als die Hälfte der Befragten (56 Prozent) heizt seit über drei Jahrzehnten mit Öl. Jeweils fast exakt 30 bzw. zehn Prozent heizen seit mehr als 20 bzw. mehr als zehn Jahren mit Öl.

 

Ölheizungsbesitzer mit ihren Anlagen hochzufrieden
Die Zufriedenheit mit der Ölheizung lässt sich nicht anders beschreiben als „überwältigend“: 78 Prozent sind mit ihrer Ölheizung sehr zufrieden, weitere 19 Prozent sind zufrieden. Macht in Summe 97 Prozent! Von den verbleibenden drei Prozent gaben zwei Prozent an, sie stünden der Ölheizung neutral gegenüber. Der Anteil der wenig bis gar nicht Zufriedenen ist damit verschwindend gering.

Die Reihung der Aspekte die Ölheizungsbesitzer an ihrer Anlage schätzen sind, nach Wichtigkeit in absteigender Reihenfolge: „geringer Aufwand in der Wartung“ gefolgt von „geringer Kostenbelastung“ und „Erhalt des Eigentumswertes“. Anschließend folgen die Aussagen „positive Aspekt für nachfolgende Generationen“ und „Beitrag zum Klimaschutz“.

 

Klare Ablehnung für Verbote 
Kritisch sehen die Befragten die konkreten Pläne und Bestrebungen der politischen Entscheidungsträger in Sachen Energiewende und Klimaschutz. „Verbote sind kein geeignetes und nachhaltiges Mittel zur Zielerreichung“ – das meinen zwei Drittel. Für 44 Prozent ist der Zeithorizont zu kurzfristig. Und mehr als die Hälfte stellt fest: „Die Umstiegspläne auf andere Energieformen sind für mich nicht umsetzbar.“ Mehr als 80 Prozent gaben zudem an, dass sie keine Möglichkeit eines Anschlusses an ein Nah- oder Fernwärmenetz hätten.

Ein System, das sich lange bewährt hat, soll auch künftig seine Dienste tun dürfen: Trotz politischer und medialer Stimmungsmache planen 88 Prozent der Ölheizungsbesitzer keinen Wechsel des Energieträgers. Und die wenigen Haushalte, die einen Umstieg planen, tun dies zu fast drei Vierteln aus Sorge um ein Verbot von Ölheizungen durch die Politik.

„Natürlich wollten wir auch wissen, warum so viele Menschen ihre Ölheizung behalten wollen“, so IWO-Geschäftsführer Reichard. Hier waren Mehrfachnennungen möglich. Für die große Mehrheit gibt es schlicht keinen Grund, ein einwandfrei funktionierendes System auszutauschen, das mit geringen Wartungskosten und einfacher Bedienung punktet. Ein knappes Drittel der Befragten gab an, dass eine Umstellung für sie nicht leistbar oder bautechnisch unmöglich (kein Lagerraum oder ungeeignetes Gebäude/ Grundstück) sei. Für ein Fünftel sind Alternativen am betreffenden Standort nicht verfügbar. An dieser Stelle ist auch zu erwähnen, dass es weder nachhaltig noch wirtschaftlich sinnvoll ist eine funktionierende Heizung zu entfernen. Man bedenke alleine die damit verbundenen Entsorgungskosten.

 

XtL-Brennstoffe als Hoffnungsträger 
Als Hoffnungsträger sehen viele Ölheizungsbesitzer die zukünftigen synthetisch hergestellten XtL-Brennstoffe. 67 Prozent der Teilnehmer gaben an auf auf synthetische Flüssig-Brennstoffe aus erneuerbaren Quellen zu warten. Das Votum für XtL-Brennstoffe lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen: Rund 95 Prozent würden den neuen CO2-neutralen Brennstoff in ihrer bestehenden Anlage einsetzen. Der Hauptgrund dafür: die Möglichkeit, die bestehende Heizungsanlage weiterzuverwenden. Dieser Punkt ist für 85 Prozent „sehr wichtig“ und für neun Prozent „wichtig“. Vielen geht es dabei jedoch auch um Klima- und Naturschutz, sie schätzen XtL-Brennstoffe als CO2-neutrale und bei der Verbrennung feinstaubfreie Energieträger.

In Kürze erfolgt der Produktionsstart von E-Fuels im Rahmen einer Kooperation zwischen dem IWO Österreich und der AVL List GmbH. Diese zählen ebenfalls zu den XtL-Brennstoffen. In Graz entsteht die modernste Power-to-Liquid-Anlage Europas, der Prototyp dieser Anlage wird demnächst errichtet und ist zu 100 Prozent „made in Austria“. Interesse besteht im Übrigen auch am Einsatz synthetischer Kraftstoffe im privaten Pkw: 65 Prozent und damit knapp zwei Drittel der Befragten geben dieses mit „sehr groß“ oder „groß“ an.

Wir leiten aus den Ergebnissen der Befragung einen klaren Auftrag ab, die Interessen der Ölheizungsbesitzer auch weiterhin mit Nachdruck zu vertreten. Diese sind mit ihrem Heizungssystem zufrieden und möchten dieses auch künftig und – dank XtL-Brennstoffe – klimaneutral nutzen.

 

Technologieoffenheit statt Verbotspolitik
„In der jetzigen Diskussion geht es um Verbote bzw. Einschränkungen, die fossiles Heizöl betreffen“, sagt Martin Reichard. „Gemäß Pariser Klimaschutzabkommen sollen nämlich alle fossilen Energieträger bis spätestens 2050 durch erneuerbare Energieträger ersetzt werden, in Österreich soll dieser Umbruch bereits bis 2040 stattfinden.“ Wir warnen vor einem überstürzten Verbot fossilen Heizöls, dies könne die Energieversorgung insgesamt gefährden. Erneuerbare Energieträger sind einerseits volatil, stehen also – abhängig von Wasserstand, Windverhältnissen und Sonnenstunden – in unterschiedlichem Ausmaß zur Verfügung. Andererseits sind sie noch nicht ausreichend vorhanden, um fossile Energieträger in der Raumwärme und im Verkehr zur Gänze zu ersetzen.

Die Mineralölunternehmen in den EU-Mitgliedsstaaten haben es sich daher zum Ziel gesetzt, synthetische Flüssig-Brennstoffe aus erneuerbaren Quellen zu entwickeln. Vielfach werden diese auch schon in den Markt gebracht. Das IWO Österreich testet die alternativen Brennstoffe zurzeit bereits in der dritten Heizsaison in herkömmlichen Ölheizungen. Die Ergebnisse sind ermutigend: Synthetische Flüssig-Brennstoffe lassen sich problemlos und ohne aufwändige Umstellungen oder Umbauten in allen Ölkesseln einsetzen. Die Ölheizung, die den heimischen Haushalten gemäß Befragung so sehr am Herzen liegt, wird damit auf einen Schlag klimaneutral.

 

Ältere Anlagen unbedingt tauschen 
Bis es so weit ist, empfiehlt sich auf jeden Fall eine Kesselerneuerung (anstatt eines Wechsels des Heizungssystems) für jene Haushalte, die einen Ölkessel älteren Datums betreiben. Die Reduktion von CO2, des Heizölverbrauchs und damit auch der Kosten beträgt bis zu 40 Prozent bei einem Umstieg auf ein modernes, hocheffizientes Öl-Brennwertgerät.

Ähnlich sieht dies auch Dr. Elisabeth Berger in einer Stellungnahme der Vereinigung Österreichischer Kessellieferanten (VÖK): Demnach mache es wenig Sinn, den Haushalten vorzuschreiben, ihre bestehenden Heizungssysteme durch Fernwärme zu ersetzen. Die Produktion von Wärme vor Ort sei jedenfalls effizienter und energiesparender, da keine unnötigen Leitungsverluste anfallen und nur nach Bedarf erzeugt wird, so die VÖK-Geschäftsführerin. „Nach dem Prinzip, Efficiency First‘ ist es das Wichtigste, eine möglichst energiesparende und gut gewartete Heizung zu betreiben.“ Wer sich vor Energiepreis-Sprüngen schützen wolle, setze zudem auf Hybridgeräte, die mehrere unterschiedliche Energieträger nutzen.

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