Heizen & Umwelt

Energiewende - Was haben wir bereits erreicht?

Seit 1990 – 50% Ersparnis kumuliert

2,1 Tonnen Co2 Ersparnis

2019 – 50.000 modernisierte Ölheizungen

“Power to Liquid und Technologiefortschritte ebnen den Zukunftsweg zu einem klimaneutralen Heizen mit Ölheizungen –  kostengünstig, CO2-neutral, sinnvoll.”

Klima & Energie – International

 

Rechtsgrundlagen International

 

Pariser Abkommen Dezember 2015

 

Das Pariser Abkommen hat die Reduzierung der globalen Erwärmung auf unter 2° C zum Ziel, angestrebt werden sogar 1,5° C.

Der Weltklimarat (IPPC-Intergovernmental Panel on Climate Change) hat dazu folgende Berechnung vorgenommen: Um das Ziel 2°C mit einer Wahrscheinlichkeit von > 66 % zu erreichen, dürfen seit 1870 die kumulierten Emissionen 2.900 Gt CO2 nicht überschreiten. Bis 2011 wurden bereits 1.900 Gt CO2 emittiert, sodass von aktuellen Zeitpunkt her nur mehr 800 Gt CO2 bis 2050 ausgestoßen werden dürfen.

Zur Erreichung dieses Ziel ist es daher unabkömmlich neben vielen anderen Maßnahmen, die Treibhausgase durch Speicherung in Meere und Wälder oder durch Bindung in Senken zu reduzieren.

 

Teilnehmer-Staaten:

  • Dieses Klimaabkommen ist von (fast) allen Länder der Erde ratifiziert worden. Es trat im November 2016 in Kraft, nachdem es 55 Staaten, die als Verursacher von mehr als 55 % an Treibhausgasen gelten, ratifiziert wurde.
  • Österreich ist seit Beginn dabei.
  • USA hat 2017 den Austritt mit 2020 bekanntgegeben, Australien hat die Reduktionspläne für Kohlendioxidemissionen drastisch reduziert.

 

Maßnahmen der Mitgliedsstaaten:

  • Risiken abfedern, die bei 2 °C Erwärmung zu erwarten sind
  • 2020: Mitgliedsstaaten legen Treibhausgas-Ziele vor
  • Ab 2020 alle 5 Jahre Berichtspflicht der Mitglieder
  • Jährliche Unterstützung von 100 Milliarden US-Dollar zur Unterstützung der Klimaschutzmaß­nahmen in Entwicklungsländern

 

EU-Rechtsgrundlage

Das Gemeinschaftsrecht geht den nationalen Rechtsvorschriften unbeschadet von deren Rangstufe in der nationalen Rechtsordnung vor. Im Fall einer Verletzung von EU-Rechtsvorgaben durch nationale Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaates besteht die Möglichkeit zu einem Vertragsverletzungsverfahren.

In Form von Richtlinien werden seitens der EU Rahmenbedingungen und Maßnahmen für die Bereiche Energieeffizienz, Energieversorgung und Energiesteuer vorgegeben, die von den EU Mitgliedstaaten in nationales Recht übernommen werden müssen. EU-Verordnungen gelten direkt für EU-Bürger und bedürfen keiner weiteren nationalen Umsetzung.

 

Europa 2020 – Strategie für wettbewerbsfähige, nachhaltige und sichere Energie
In der EU Strategie 2020 sollen die EU-Ziele 20-20-20 nochmals festgeschrieben bzw. vorangetrieben werden.

  • Verminderung des Energieverbrauchs in Europa durch Steigerung der Energieeffizienz bei Gebäuden, im Verkehr- und Industriesektor. So soll die Energieeffizienz durch Sanierungsmaßnahmen, durch Investitionsanreize sowie durch innovative Finanzierungskonzepte gesteigert werden.
  • Anwendung energierelevanter Kriterien bei Vergabe von öffentlichen Aufträgen
  • Schaffung eines europaweit integrierten Energiemarktes sowie Forcierung des Wettbewerbs durch Weiterentwicklung der Infrastruktur und Erstellung von Marktregeln.
  • Sicherung der ungebrochenen Energieversorgung für Verbraucher zu erschwinglichen Preisen, zur Durchsetzung des Energiebinnenmarktes sollen für Verbraucher Leitlinien auf Grundlage der besten erprobten Verfahren beim Versorgerwechsel erstellt werden.
  • Ausbau von Energietechnologien sowie Förderung von Innovation und Forschung
  • Stärkung und Integration der Energiemärkte

Klima- und Energiepaket 2030 „Clean Energy Package“

 

Aufbauend auf dem Klimapaket 2020 verfolgt die EU bis 2030 folgende Hauptziele:

  • Senkung der Treibhausgasemissionen um mindestens 40 % (Basis 1990)
  • EHS* Unternehmen minus 43 % gegenüber 2005
  • Non EHS minus 30 % gegenüber 2005
  • Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien auf 32 %
  • Steigerung der Energieeffizienz um mindestens 32,5 %

Erstmals in einer EU-Richtlinie verankert: „energy efficiency first“

 

EU-Verordnung Effort Sharing
Senkung der Treibhausgase im Nicht- Emissionshandelssektor

Aufteilung des EU-Ziels in nationale THG Reduktionen zwischen 0 %-40 %.
Österreich hat ein Reduktionsziel von -46 %.

 

EU Richtlinie zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen
32 % EU-weites Ausbauziel für erneuerbare Energie (EE)

  • Erhöhung des Anteils im Wärme- und Kälte-sektor um mind. 1,3 Prozentpunkte
  • Erhöhung des Anteils im Verkehrssektor auf mindestens 14 %
    • Ab 2020 Anteil konventioneller Biokraftstoffe der 1. Generation max. 7 % (Verhinderung indirekter Landnutzung – ILUC)
    • Senkung des Anteils von Biokraftstoffen der 1. Generation mit hohen ILUC Risiko von 2023- 2030 linear auf 0 %
    • Bis 2030 Festlegung von Mindestzielen für Beifügung fortschrittlicher Biokraftstoffe in Stufen:
      • bis 2022: 0,20 %
      • bis 2025: 1,00 %
      • bis 2030: 3,50 %
  • Strenge Nachhaltigkeitskriterien für Biokraft­stoffe, Biobrennstoffe und Biomasse-Brenn­stoffe zur Erhaltung der biologischen Vielfalt

 

Konventionelle Biokraftstoffe der 1. Generation werden aus jenen Pflan­zenteilen gewonnen, die man auch für die Ernährung nutzen könnte (Biodie­sel, Bioethanol, Pflanzenöl-Kraftstoff). Die der 2. Generation (fortschrittliche Biokraftstoffe) werden aus Biomasse (Algen, Stroh, Mist…) gewonnen, die für den Menschen zur Ernährung nicht nutzbar sind (XTL, BTL, PTL, HVO).

 

EU-Richtlinie zur Energieeffizienz
32,5 % Energieeinsparziel von 2021-2030

  • Erstmal in einer EU-Richtlinie verankert „energy efficiency first“
  • 2014-2020: neue jährliche Einsparungen in Höhe von 1,5 % des jährlichen Energieabsatzes an Endkunden, gemittelt über 3 Jahres-Zeitraum vor 2013
  • 2021-2030: neue jährliche Einsparungen in der Höhe von 0,8 % des real verbindlichen Endenergieverbrauchs, gemittelt über 3 Jahres-Zeitraum vor 2019
  • Anrechnung von „zusätzlichen“ Energieeinsparungen aus der Zeit vor 2021 möglich, wenn es sich um neue Einsparungen handelt
  • Erfüllung durch Energieeffizienzverpflichtungssystem, strategische Maßnahmen oder alternative Systeme (Fonds, freiwillige Vereinbarungen…)

 

EU-Verordnung Governance System der Energieunion

  • Vorlage integrierter Energie- und Klimapläne für 2021-2030, Strategien für 2050 sowie Berichtspflichten
  • ermöglicht Koordination der energiepolitischen Maßnahmen der Mitgliedstaaten und der EU und beinhaltet Vorgaben für die Planungs- und Berichterstattung zu den fünf Elementen der Energieunion (Energieversor­gung, Energiebinnenmarkt, Energieeffizienz, Dekarbonisierung, Energieforschung)

 

EU Verordnung Einbeziehung der Emissionen von Treibhausgasen aus Landnutzung, Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft in der Klima- und Energiepolitik bis 2030 (LULUCF- VO)

Unter LULUCF (land use, land use change and forestry) werden Maßnahmen im Bereich Landnutzung und Forstwirtschaft zusammengefasst, die in die Klimaschutzbemühungen ab 2021 in die Bilanz der Staaten miteingerechnet werden müssen.

Waldrodungen, Flächenversiegelungen, intensiv ein­seitig genutzte Landwirtschaft, trockengelegte Moore sowie der Anbau von Energiepflanzen auf Flächen, die bisher der Nahrungsmittelproduktion gedient haben, setzen eine gewaltige Menge an Kohlenstoff frei und führen zu Klimaschädigungen, die vorher in der Erd­schicht gespeichert waren. Diese indirekten Landnutzungsänderungen wirken sich auch deutlich auf die Artenvielfalt und die Ökosysteme aus. Nachhaltige Bewirtschaftungsmethoden von Wald und Boden wie Aufforstungen und Verringerungen von Entwaldungsraten können jedoch das Klima entlasten und als Senken zur Treibhausgasreduktion beitragen.

Im Pariser Klimaabkommen wurde daher festgelegt, Maßnahmen zur Erhaltung und Verbesserung von Senken und Speichern von Treibhausgasen, darunter Wäldern, zu ergreifen. Die dazugehörigen Einberech­nungsmethoden finden sich in der EU VO 2018/841.

Diese EU VO sieht ab 2020 eine LULUCF-Flexibilitäts­regelung in Form einer Höchstmenge von 280 Mio. Tonnen CO₂ -Äquivalent vor. Für Österreich bedeutet dies die Möglichkeit einer Anrechnung von 2,5 Mio.t CO₂-e aus aufgeforsteten Flächen, bewirtschafteten Acker- und Grünflächen.

2020 Roadmap Eine EU-Strategie zur Integration intelligenter Sektoren

Zunehmende Klimabestrebungen in der EU bedeuten eine tiefgreifende Umgestaltung des Energiesystems, da die Energieerzeugung und -nutzung mehr als 75% der Treibhausgasemissionen der EU ausmachen. Bisher hat Europa erhebliche Fortschritte bei der Dekarbonisierung seiner Stromerzeugung erzielt. Bei anderen Energieträgern waren die Fortschritte jedoch langsamer, und fossile Brennstoffe werden weiterhin überwiegend in Verkehr, Industrie und Gebäuden eingesetzt.

Um unsere Klimaziele für 2030 und 2050 zu erreichen und gleichzeitig sichere und erschwingliche Energie für die Verbraucher zu gewährleisten, muss sichergestellt werden, dass alle Sektoren in vollem Umfang zur Dekarbonisierung beitragen. Dies kann erreicht werden, indem neue „Verbindungen“ in unserem Energiesystem geschaffen werden, wodurch mögliche Synergien zwischen den Sektoren genutzt werden.

  1. Es Möglichkeiten, die Nutzung von (erneuerbarem und kohlenstoffarmem) Strom durch Elektrifizierung von Sektoren zu erhöhen, die derzeit noch auf fossile Brennstoffe angewiesen sind.
  2. Fossile Gase und Brennstoffe müssen schrittweise durch erneuerbare und dekarbonisierte Gase und Brennstoffe ersetzt werden, insbesondere in schwer zu dekarbonisierenden Sektoren wie dem Luftverkehr oder bestimmten industriellen Prozessen. Aus erneuerbarem Strom erzeugter Wasserstoff wird in diesem Zusammenhang eine Schlüsselrolle spielen, wodurch eine fortschreitende Dekarbonisierung der Wirtschaft erreicht wird. Aktuelle Marktregeln erlauben dies nicht und müsste angepasst werden.
  3. Der Energiesektor soll im Einklang mit dem ersten Prinzip der Energieeffizienz stehen. Dabei geht es nicht nur um die Reduzierung unseres Verbrauchs, sondern auch um die Gesamteffizienz unseres Energiesystems

Die Strategie zielt darauf ab, diese Synergien zu finden und zu erläutern und die Haupthindernisse durch eine Reihe von Maßnahmen auszuräumen, die der Nutzung dieser Vorteile und Synergien derzeit entgegenstehen.

 

Die Maßnahmen könnten in fünf große Bereiche gruppiert werden:

  1. Aufbau eines stärker zirkulären Energiesystems, Nutzung verschiedener Abfallressourcen für energetische Zwecke und vollständige Umsetzung des Prinzips „Energieeffizienz zuerst“.
  2. die Beschleunigung des Übergangs zu einem weitgehend auf erneuerbaren Energien basierenden Energiesystem und eine tiefgreifende Elektrifizierung der Endverbrauchssektoren
  3. die Förderung erneuerbarer und dekarbonisierter Gase, insbesondere Wasserstoff, und kohlenstoffarmer Flüssigkeiten
  4. die Modernisierung der Marktregeln, um die Integration aller dekarbonisierten Energiequellen zu ermöglichen
  5. Unterstützung einer stärker integrierten und digitalisierten Energieinfrastruktur und ihrer effizienten Nutzung.

Gesamtenergie von Gebäuden

Die EU sieht ein enormes Potenzial für Effizienzgewinne im EU-Bausektor, dem größten Energieverbraucher in Europa. Die Neufassung der EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EPBD 2018) wurde am 19.06.2018 veröffentlicht und tritt am 10.07.2018 in Kraft. Die Mitgliedstaaten müssen diese aber erst bis 10.3.2020 ins nationale Recht umsetzen.

  • Die neue EU-Richtlinie umfasst Maßnahmen, die die Geschwindigkeit der Gebäudesanierung in Richtung energieeffizienterer Systeme beschleunigen soll.
  • So sollen Fahrpläne zur Erhöhung des Bestands an emissionsarmen und-freien Gebäuden bis 2050 erarbeitet werden, und die Energieeffizienz neuer Gebäude verbessert werden. Weiters soll die Nutzung von neuen Informations- und Kommunikationstechnologien sowie „intelligente“ Technologien gefördert werden – Automatisation.
  • Die Infrastruktur für Elektromobilität soll erweitert werden.
  • Planung und Förderung von Renovierungskonzepten (auch) in Stufen sollen forciert werden.
  • Pläne zur Senkung der Energiearmut und Maßnahmen sind auszuarbeiten.
  • Zur Senkung des Energieverbrauchs sollen Effizienzmaßnahmen festgelegt werden.

In Österreich wurden in den vergangenen Jahrzehnten bereits viele Anstrengungen unternommen, den Energieverbrauch in Gebäuden zu reduzieren. Zuständig für die Bauordnungen sind die Bundesländer, die zur Umsetzung der Richtlinie akkordiert vorgehen wollen.

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