Heizen & Umwelt

Energiewende - Was wollen wir erreicht?

Versorgungsicherheit gewährleisten

Energieträgervielfalt fördern

Technologieoffenheit schaffen

“Power to Liquid und Technologiefortschritte ebnen den Zukunftsweg zu einem klimaneutralen Heizen mit Ölheizungen –  kostengünstig, CO2-neutral, sinnvoll.”

Klima & Energie – Rechtsgrundlagen International

 

Globales Kohlenstoffbudget

Das globale Kohlenstoffbudget bezeichnet jene Menge an CO2-Emissionen aus anthropogenen Quellen, welche noch freigesetzt werden können, um die globale Erwärmung auf 2° bzw. das 1,5° zu begrenzen. Laut Berechnungen der IPCC-Intergovernmental Panel on Climate Change (Weltklimarat) dürfen die kumulierten Emissionen seit 1870 nicht mehr als 2 900 Gt CO2 übersteigen, um das Ziel -2° zu erreichen. Laut letztem Bericht der IPPC 2021 dürfen ab 2020 nur mehr rund 700 Gt CO2 emittiert werden, um das 2° C Ziel zu erreichen bzw. rund 400 Gt CO2 zur Erreichung des 1,5° C.

 

Pariser Abkommen Dezember 2015

Das Pariser Abkommen hat die Reduzierung der globalen Erwärmung auf unter 2° C zum Ziel, angestrebt werden sogar 1,5° C.

Der Weltklimarat (IPPC-Intergovernmental Panel on Climate Change) hat dazu folgende Berechnung vorgenommen: Um das Ziel 2°C mit einer Wahrscheinlichkeit von > 66 % zu erreichen, dürfen seit 1870 die kumulierten Emissionen 2.900 Gt CO2 nicht überschreiten. Bis 2011 wurden bereits 1.900 Gt CO2 emittiert, sodass von aktuellen Zeitpunkt her nur mehr 800 Gt CO2 bis 2050 ausgestoßen werden dürfen.

Zur Erreichung dieses Ziel ist es daher unabkömmlich neben vielen anderen Maßnahmen, die Treibhausgase durch Speicherung in Meere und Wälder oder durch Bindung in Senken zu reduzieren.

 

Teilnehmer-Staaten:

Dieses Klimaabkommen ist von (fast) allen Länder der Erde ratifiziert worden. Es trat im November 2016 in Kraft, nachdem es 55 Staaten, die als Verursacher von mehr als 55 % an Treibhausgasen gelten, ratifiziert wurde. Österreich hat es im Juli 2016 ratifiziert.

Maßnahmen der Mitgliedsstaaten:

  • Vornahme von Klimawandel-Anpassungen, die bei 2 °C Erwärmung zu erwarten sind
  • Dekarbonisierung – Abbau der fossilen Energieträger bis 2040, um das 1,5°C Ziel zu erreichen
  • 2020: Vorlage von Plänen zur Reduzierung der Treibhausgas-Zielvorgaben
  • Ab 2020 alle 5 Jahre Berichtspflicht der Mitglieder
  • Jährliche Unterstützung von 100 Milliarden US-Dollar zur Unterstützung der Klimaschutzmaß­nahmen in Entwicklungsländern
  • Förderung der CO2 Verknappung in Senken sowie CO2 Speicherung in Wälder und Meeren

Klimagipfel in Glasgow 2021

Es wurde erstmal in einer Abschlusserklärung eine von allen Staaten akzeptierte Einigung auf eine beschleunigte globale Energiewende weg von der Kohle und auf den Abbau von Subventionen für fossile Energien vereinbart. Es wird nochmals das Ziel bestärkt, die Erderwärmung auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Dies bedeutet, dass die Treibhausgasemissionen bis 2030 global um 45 Prozent im Vergleich zu 2010 reduziert werden sollen, was eine Überarbeitung der bisherigen Klimaschutzpläne der EU-Staaten bedeutet.

Abholzung verhindern

Im Jahr 2020 gingen laut Global Forest Watch weltweit 25,8 Millionen Hektar Wald verloren – das ist eine Fläche fast so groß wie Neuseeland oder wie mehr als 36 Millionen Fußballfelder. Vor allem Abholzungen in Bolivien, Brasilien, Kongo, Indonesien und Malaysien führten zu einem Großteil des Urwaldverlustes. Umso wichtiger war daher, dass diese Staaten der Vereinbarung, weitere Abholzungen zu verhindern, beigetreten sind. Urwälder sind aufgrund ihrer Speicherung von CO2 einer der wichtigsten Zeichen gegen den Klimawandel, weil sie wesentlich mehr CO₂ speichern als andere Wälder. Durch Abholzungen wird nicht nur CO2 freigesetzt, sondern es kommt zu einem unwiederbringlichen Artenverlust.

Reduzierung von Methan

Methan ist ein Treibhausgas, das pro ausgestoßene Tonne mehr Erderwärmung verursacht als CO₂, jedoch weniger lange in der Atmosphäre verbleibt. Seit 2016 kommt es zu einer immerwährenden Steigerung der weltweiten Methan-Emissionen. Daraufhin haben die EU und die USA eine Verringerung des Methanausstoßes, um mindestens 30 Prozent bis 2030. Jedoch jene Länder mit den höchsten Methanemissionen wie China, Russland und Indien haben sich der Reduktion nicht angeschlossen.

Globale Kohlekapazität steigt trotz Stilllegungen

Im vergangenen Jahr wurden in der USA Kraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 11,3 GW und in Europa mit einer Gesamtkapazität von 10,1 GW Gigawatt stillgelegt (zusammen 37,8 GWh). Dennoch glich laut einem Bericht des Global Energy Monitor die Inbetriebnahme von weiteren chinesischen Kraftwerken im Jahr 2020 (Gesamtkapazität: 38,4 Gigawatt) die Stilllegungen im Rest der Welt wieder aus, sodass aus diesem Bereich keine Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen zu erwarten ist. Während sich 23 Länder, darunter zum Beispiel Indonesien, Vietnam und Polen, zum Auslaufen der Kohlekraft verpflichtet haben,  sicherten Länder wie China und die USA den Kohleausstieg nicht zu.

Abbau von ineffizienten Subventionen für fossile Energieträger

Im Pariser Abkommen haben sich die Länder zur Unterstützung der Schwellen- und Entwicklungsländer zur Bereitstellung von 100 Milliarden US-Dollar für Klimaschutz und Anpassung bereitzustellen. Dieses Versprechen wurde von den Industrieländern bisher nicht eingehalten.

Klima- und Energiepaket 2030 „Clean Energy Package“

 

Aufbauend auf dem Klimapaket 2020 verfolgt die EU bis 2030 folgende Hauptziele:

  • Senkung der Treibhausgasemissionen um mindestens 40 % (Basis 1990)
  • EHS* Unternehmen minus 43 % gegenüber 2005
  • Non EHS minus 30 % gegenüber 2005
  • Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien auf 32 %
  • Steigerung der Energieeffizienz um mindestens 32,5 %

Erstmals in einer EU-Richtlinie verankert: „energy efficiency first“

 

EU-Verordnung Effort Sharing
Senkung der Treibhausgase im Nicht- Emissionshandelssektor

Aufteilung des EU-Ziels in nationale THG Reduktionen zwischen 0 %-40 %.
Österreich hat ein Reduktionsziel von -46 %.

 

EU Richtlinie zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen
32 % EU-weites Ausbauziel für erneuerbare Energie (EE)

  • Erhöhung des Anteils im Wärme- und Kälte-sektor um mind. 1,3 Prozentpunkte
  • Erhöhung des Anteils im Verkehrssektor auf mindestens 14 %
    • Ab 2020 Anteil konventioneller Biokraftstoffe der 1. Generation max. 7 % (Verhinderung indirekter Landnutzung – ILUC)
    • Senkung des Anteils von Biokraftstoffen der 1. Generation mit hohen ILUC Risiko von 2023- 2030 linear auf 0 %
    • Bis 2030 Festlegung von Mindestzielen für Beifügung fortschrittlicher Biokraftstoffe in Stufen:
      • bis 2022: 0,20 %
      • bis 2025: 1,00 %
      • bis 2030: 3,50 %
  • Strenge Nachhaltigkeitskriterien für Biokraft­stoffe, Biobrennstoffe und Biomasse-Brenn­stoffe zur Erhaltung der biologischen Vielfalt

Konventionelle Biokraftstoffe der 1. Generation werden aus jenen Pflan­zenteilen gewonnen, die man auch für die Ernährung nutzen könnte (Biodie­sel, Bioethanol, Pflanzenöl-Kraftstoff). Die der 2. Generation (fortschrittliche Biokraftstoffe) werden aus Biomasse (Algen, Stroh, Mist…) gewonnen, die für den Menschen zur Ernährung nicht nutzbar sind (XTL, BTL, PTL, HVO).

 

EU-Richtlinie zur Energieeffizienz
32,5 % Energieeinsparziel von 2021-2030

  • Erstmal in einer EU-Richtlinie verankert „energy efficiency first“
  • 2014-2020: neue jährliche Einsparungen in Höhe von 1,5 % des jährlichen Energieabsatzes an Endkunden, gemittelt über 3 Jahres-Zeitraum vor 2013
  • 2021-2030: neue jährliche Einsparungen in der Höhe von 0,8 % des real verbindlichen Endenergieverbrauchs, gemittelt über 3 Jahres-Zeitraum vor 2019
  • Anrechnung von „zusätzlichen“ Energieeinsparungen aus der Zeit vor 2021 möglich, wenn es sich um neue Einsparungen handelt
  • Erfüllung durch Energieeffizienzverpflichtungssystem, strategische Maßnahmen oder alternative Systeme (Fonds, freiwillige Vereinbarungen…)

 

EU-Verordnung Governance System der Energieunion

  • Vorlage integrierter Energie- und Klimapläne für 2021-2030, Strategien für 2050 sowie Berichtspflichten
  • ermöglicht Koordination der energiepolitischen Maßnahmen der Mitgliedstaaten und der EU und beinhaltet Vorgaben für die Planungs- und Berichterstattung zu den fünf Elementen der Energieunion (Energieversor­gung, Energiebinnenmarkt, Energieeffizienz, Dekarbonisierung, Energieforschung)

 

EU Verordnung Einbeziehung der Emissionen von Treibhausgasen aus Landnutzung, Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft in der Klima- und Energiepolitik bis 2030 (LULUCF- VO)

Unter LULUCF (land use, land use change and forestry) werden Maßnahmen im Bereich Landnutzung und Forstwirtschaft zusammengefasst, die in die Klimaschutzbemühungen ab 2021 in die Bilanz der Staaten miteingerechnet werden müssen.

Waldrodungen, Flächenversiegelungen, intensiv ein­seitig genutzte Landwirtschaft, trockengelegte Moore sowie der Anbau von Energiepflanzen auf Flächen, die bisher der Nahrungsmittelproduktion gedient haben, setzen eine gewaltige Menge an Kohlenstoff frei und führen zu Klimaschädigungen, die vorher in der Erd­schicht gespeichert waren. Diese indirekten Landnutzungsänderungen wirken sich auch deutlich auf die Artenvielfalt und die Ökosysteme aus. Nachhaltige Bewirtschaftungsmethoden von Wald und Boden wie Aufforstungen und Verringerungen von Entwaldungsraten können jedoch das Klima entlasten und als Senken zur Treibhausgasreduktion beitragen.

Im Pariser Klimaabkommen wurde daher festgelegt, Maßnahmen zur Erhaltung und Verbesserung von Senken und Speichern von Treibhausgasen, darunter Wäldern, zu ergreifen. Die dazugehörigen Einberech­nungsmethoden finden sich in der EU VO 2018/841.

Diese EU VO sieht ab 2020 eine LULUCF-Flexibilitäts­regelung in Form einer Höchstmenge von 280 Mio. Tonnen CO₂ -Äquivalent vor. Für Österreich bedeutet dies die Möglichkeit einer Anrechnung von 2,5 Mio.t CO₂-e aus aufgeforsteten Flächen, bewirtschafteten Acker- und Grünflächen.

2020 Roadmap Eine EU-Strategie zur Integration intelligenter Sektoren

Zunehmende Klimabestrebungen in der EU bedeuten eine tiefgreifende Umgestaltung des Energiesystems, da die Energieerzeugung und -nutzung mehr als 75% der Treibhausgasemissionen der EU ausmachen. Bisher hat Europa erhebliche Fortschritte bei der Dekarbonisierung seiner Stromerzeugung erzielt. Bei anderen Energieträgern waren die Fortschritte jedoch langsamer, und fossile Brennstoffe werden weiterhin überwiegend in Verkehr, Industrie und Gebäuden eingesetzt.

Um unsere Klimaziele für 2030 und 2050 zu erreichen und gleichzeitig sichere und erschwingliche Energie für die Verbraucher zu gewährleisten, muss sichergestellt werden, dass alle Sektoren in vollem Umfang zur Dekarbonisierung beitragen. Dies kann erreicht werden, indem mögliche Synergien zwischen den Sektoren genutzt werden.

Die Strategie zielt darauf ab, diese Synergien zu finden und zu erläutern und die Haupthindernisse durch eine Reihe von Maßnahmen auszuräumen, die der Nutzung dieser Vorteile und Synergien derzeit entgegenstehen.

 

Die Maßnahmen könnten in fünf große Bereiche gruppiert werden:

  1. Aufbau eines stärker zirkulären Energiesystems, Nutzung verschiedener Abfallressourcen für energetische Zwecke und vollständige Umsetzung des Prinzips „Energieeffizienz zuerst“.
  2. die Beschleunigung des Übergangs zu einem weitgehend auf erneuerbaren Energien basierenden Energiesystem und eine tiefgreifende Elektrifizierung der Endverbrauchssektoren
  3. die Förderung erneuerbarer und dekarbonisierter Gase, insbesondere Wasserstoff, und kohlenstoffarmer Flüssigkeiten
  4. die Modernisierung der Marktregeln, um die Integration aller dekarbonisierten Energiequellen zu ermöglichen
  5. Unterstützung einer stärker integrierten und digitalisierten Energieinfrastruktur und ihrer effizienten Nutzung.

Green Deal

Die EU agiert hier als Globaler Vorreiter. Die Festlegung eines „Green Deal“ erfolgte im Dezember 2019. Europa soll bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent gemacht werden und bildet damit die Grundlage für weitere Strategien, Überarbeitungen von Richtlinien und Festlegung von Fahrplänen.

Im Jahr 2050 sollen keine Netto-Treibhausgasemissionen mehr freigesetzt und das Wirtschaftswachstum von der Ressourcennutzung abgekoppelt werden. Mit den zu schaffenden Maßnahmen soll die Konjunktur angekurbelt, die Gesundheit und die Lebensqualität der Menschen verbessert und die Natur geschützt werden. Alle künftigen Maßnahmen und Strategien der EU müssen zur Verwirklichung der Ziele des europäischen Grünen Deals beitragen. Dies führt zu einer Überarbeitung der Bereiche Industrie, Produktion und Verbrauch, großräumige Infrastruktur, Verkehr, Ernährung und Landwirtschaft, Bauwesen, Besteuerung und Sozialleistungen. Dafür sollen 100 Milliarden Euro pro Jahr investiert werden.

 

Europäisches Klimagesetz

Eine Einigung zum europäischen Klimagesetz mit einer Klimaschutzvorgabe für 2030 von mindestens 55% gegenüber dem Stand von 1990 wurde festgelegt. Damit wird die Klimaneutralität erstmals in einer EU-Verordnung und damit als unmittelbare Verpflichtung für alle Mitgliedsstaaten festgelegt.

FIT for 55

Europa soll zum ersten klimaneutralen Kontinent der Welt etabliert werden. Damit verbunden wird es zu einer grundlegenden Neuausrichtung der Wirtschaft und Gesellschaft kommen.

Um bis 2030 eine Reduktion von 55% (Basis 1990) zu erreichen, hat die EU-Kommission das „FIT for 55“ präsentiert:

 

Überarbeitung des EU-Emissionshandelssystems (ETS):

Das aktuelle System deckt etwa 40 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen der EU ab. Mit der derzeitigen Obergrenze wurde bis 2030 eine Emissionsreduzierung von 40 Prozent ermöglicht. Nun sollen die bisherigen Obergrenzen für alle Emissionen jährlich herabgesetzt sowie die kostenlosen Emissionszertifikate für den Luftverkehr schrittweise abgeschafft werden. Schifffahrtsemissionen sollen erstmals in das EU-EHS miteinbezogen werden sowie ein separates EHS für den Straßenverkehr und den Gebäudesektor eingeführt werden.

 

Überarbeitung der Verordnung zur Lastenteilung

Mit der Lastenteilungsverordnung werden den EU-Mitgliedstaaten neue strengere Emissionsreduktionsziele für Gebäude, Landwirtschaft, Abfallwirtschaft und kleine Unternehmen zugewiesen. Für Österreich wird bis 2030 eine Reduktion der Treibhausgasemissionen anstelle von -36% nun -48% vorgesehen.

 

Überarbeitung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (EER)

Das Ziel für die Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Quellen bis 2030 wird von derzeit 32 % auf mindestens 40 % erhöht.  Um dieses Ziel zu erreichen, werden folgende Vorgaben vorgeschlagen:

Initiierung von grenzüberschreitenden Pilotprojekten innerhalb von 3 Jahren

  • Gebäude (neu): Bis 2030 soll der Erneuerbaren-Anteil gemessen am Endverbrauch auf mindestens 49 % steigen (unverbindliches Ziel).
  • Industrie (neu): Jährlich soll der Erneuerbaren-Anteil in der Industrie um 1,1 % steigen (unverbindlich).
  • Heizen und Kühlen: Der Erneuerbaren-Anteil soll verbindlich um 1,1 % jährlich steigen. Für Mitgliedstaaten, die Abwärme und Kälte nutzen, beträgt die jährliche Erhöhung 1,5 %.
  • Verkehr: Die Treibhausgas-Emissionen müssen bis 2030 um 13 % sinken. Als Unterziele für fortschrittliche Biokraftstoffe werden vorgeschlagen

0,2 % bis 2022,
0,5 % bis 2025 und
2,2 % bis 2030.

Für erneuerbare Kraftstoffe nicht-biologischem Ursprungs wird ein Ziel in der Höhe von 2,6 % eingeführt, wobei sichergestellt werden soll, dass 50 % aus dem in der Industrie für Endenergie und nichtenergetische Zwecke verwendeten Wasserstoffs stammt.

 

Überarbeitung der Energieeffizienzrichtlinie

Die neue Richtlinie sieht ein verbindliches Jahresziel für die Senkung des Energieverbrauchs in der EU vor, wobei das „Energy efficiency first“-Prinzip erstmals festgeschrieben wird. Das EU-Ziel bis 2030 für den Primär- und/oder Endenergieverbrauch wird von mindestens 32,5 % auf 36-39 % angehoben, bezogen auf das Primes Referenzszenario aus 2007.

Die jährliche Energieeinsparverpflichtung der Mitgliedstaaten wird sogar auf fast das Doppelte erhöht: von 0,8 % (Periode 2021 bis 2023) auf 1,5 % (Periode 2024 bis 2030). Wie schon gemäß der EnergieeffizienzRL 2018 haben die Mitgliedstaaten die Wahl ein Energieeffizienz-Verpflichtungssystem, alternative politische Maßnahmen oder eine Kombination aus beiden einzuführen. Möglich ist nun auch eine Entpflichtung durch Maßnahmen, die von einem nationalen Energieeffizienzfonds finanziert werden.

Überarbeitung der Energiebesteuerungsrichtlinie

Mit dem Vorschlag der EK zur Änderung der EU-Energiesteuerrichtlinie soll auch die Bemessungsgrundlage geändert werden. Während bisher die Besteuerung auf Grundlage von Volumen oder Masse basierte, soll zukünftig der Energiegehalt der einzelnen Energieträger zur Berechnung herangezogen werden. Ebenso sollen Steuerminderungen und-befreiungen bei den fossilen Energieträgern wegfallen.

 

EU-Verordnung zur Schaffung eines CO2-Grenzausgleichssystems

Zur Erreichung des neuen Klimaschutzzieles der EU, nämlich die Treibhausgase (THG) bis 2030 auf mindestens 55% unter das Niveau von 1990 zu senken, wird die kostenlose Zuteilung von Zertifikaten an Unternehmen, die dem Emissionshandelsystem (EHS) unterliegen, schrittweise vermindert, sodass ab 2026 Zertifikate nur mehr per Versteigerung erworben werden können.

Da damit eine Abwanderung von heimischen Unternehmen droht, soll zeitgleich mit 2026 beginnend ein sogenannter „Grenzausgleichsbetrag“ (CBAM) eingeführt werden.

Dies bedeutet, dass Importwaren gemäß ihres CO2-Fußabdruck mit Abgaben belegt werden sollen, um einerseits die Wettbewerbsfähigkeit mit Drittländern zu erhalten und andererseits auch diese Länder zu motivieren, in eine klimaschutzfreundliche Herstellung zu investieren. Damit soll die Verlagerung von Unternehmen in Drittländer verhindert werden – Verhinderung von „carbon leakage“.

 

EU-Verordnung über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe

Diese Verordnung schreibt die Installation von Wasserstoff-Tankstellen und Ladestationen in regelmäßigen Abständen vor – 60 km für das Aufladen von E-Autos und 120 km für die Betankung mit Wasserstoff. Damit soll die Infrastruktur für alternative Kraftstoffe aufgebaut werden.

 

Überarbeitung der Verordnung über Emissionsnormen für Personenkraftwagen und leichte Nutzfahrzeuge

Dieser Vorschlag der EK sieht eine Reduktion der Emissionen von Neuwagen ab 2030 um 55% und ab 2035 um 100% vor. Dies bedeutet, dass ab 2035 keine Autos mit konventionellem Kraftstoff mehr zugelassen werden darf. Autos mit Verbrennungsmotoren sind aber dann erlaubt, wenn sie mit einem klimaneutralem Kraftstoff betrieben werden.  Als Berechnungsansatz wird anstelle einer Well-to-Wheel Betrachtungsweise, welche den gesamten Produktionszyklus berücksichtigt, ein Tank-to-Wheel Ansatz (Betrieb des Fahrzeuges) gewählt.

 

Überarbeitung der Verordnung über Landnutzung und Forstwirtschaft (LULUCF)

Gemäß dieser Verordnung sollen bis 2030 zusätzliche 310 Mio. Tonnen CO2 in sogenannten Senken gespeichert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, soll ein EU-Zertifikationsschema eingeführt werden, welches in Zukunft in das bestehende ETS Zertifikatsystem integriert werden soll. Dies soll vor allem den Land- und Forstwirt:innen finanzielle Vorteile bringen.

Neue Rechtsvorschläge:

EU-Forststrategie
Klima-Sozialfazilität
ReFuelEU Aviation (zum Thema Flugzeugkraftstoffe)
FuelEU Maritime (zum Thema Schifffahrtkraftstoffe)

 

Finanzierung durch neuen „Klima-Sozialfonds“

Verwendung der Mittel für Investitionen in Energieeffizienz, neue Heiz- und Kühlsysteme und saubere Mobilität

2025 bis 2032: Bereitstellung von 144,4 Milliarden Euro je zur Hälfte aus EU-Mitteln und 72,2 Milliarden von den EU-Mitgliedstaaten.

Österreich soll rund 644 Millionen Euro aus dem von der EU-Kommission vorgeschlagenen Klima-Sozialfonds erhalten.

 

Die Kosten des „Fit for 55“-Pakets zur Bekämpfung und Anpassung an den Klimawandel sollen an Privathaushalte, Kleinstunternehmen und Verkehrsteilnehmende, welche unter stärkeren finanziellen Druck geraten, verteilt werden. Die Mittel durch die CO2-Bepreisung sollen in Innovation, Wirtschaftswachstum und neue Arbeitsplätze refinanziert werden .

Durch den neu zu bildenden „Klima-Sozialfonds“ erhalten die EU-Mitgliedstaaten Mittel, die für Investitionen in Energieeffizienz, neue Heiz- und Kühlsysteme und saubere Mobilität verwendet werden sollen.

Für den Zeitraum von 2025 bis 2032 sollen dadurch 72,2 Milliarden Euro plus Mittel in derselben Höhe von den EU-Mitgliedstaaten bereitgestellt werden. Dementsprechend könnte der Fonds Finanzmittel über 144,4 Milliarden Euro für einen sozialverträglichen und „grünen“ Übergang mobilisieren. Österreich soll rund 644 Millionen Euro aus dem von der EU-Kommission vorgeschlagenen Klima-Sozialfonds erhalten. Dementsprechend könnte der Fonds Finanzmittel über 144,4 Milliarden Euro für einen sozialverträglichen und „grünen“ Übergang mobilisieren. Österreich soll rund 644 Millionen Euro aus dem von der EU-Kommission vorgeschlagenen Klima-Sozialfonds erhalten.

 EU – Eine Renovierungswelle für Europa – COM(2020) 662

 

Die Europäische Kommission hat im Rahmen des Green Deal eine Strategie für eine Renovierungswelle zur Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden veröffentlicht. So soll die Renovierungsquote in den nächsten zehn Jahren mindestens verdoppelt werden – bis 2030 könnten 35 Millionen Gebäude renoviert werden.

Auf Gebäude entfallen ca. 40 % des Energieverbrauchs in der EU und 36 % der durch den Energieverbrauch bedingten Treibhausgasemissionen. Derzeitige Sanierungsquote liegt bei 1%, pro Jahr, es werden also nur 0,2% des Gebäudebestandes einer umfassenden Renovierung unterzogen.

 

Die Strategie umfasst folgende Leitaktionen:

·        Mindestvorgaben für die Gesamtenergieeffizienz durch Überarbeitung der Gebäuderichtlinie

·        Überarbeitung der Energieausweise, welche zukünftig Auskunft über die Gesamtenergieeffizienz, den Anteil erneuerbarer Energien und über die Energiekosten eines Gebäudes geben sollen -> Einführung EU-weiter Datenbanken

·        Einführung eines Standards für eine „umfassende Renovierung“, die in mehreren Etappen stattfinden kann und in Gebäuderenovierungspässen und in digitalen Gebäude-Logbüchern verzeichnet werden sollen

·        Finanzierung von Forschung und Innovationen im Bereich Energietechnik, Nachhaltigkeit und kreislauforientierter Werkstoffe

·        Nachhaltige Renovierung mit Berücksichtigung naturbasierter Lösungen und Wiederverwendung von nachhaltigen Baustoffen

·        Bekämpfung der Energiearmut durch Setzung von Energieeffizienzmaßnahmen

·        Dekarbonisierung der Wärme- und Kälteversorgung

Gesamtenergie von Gebäuden

Die EU sieht ein enormes Potenzial für Effizienzgewinne im EU-Bausektor, dem größten Energieverbraucher in Europa.

Die neue EU-Richtlinie umfasst Maßnahmen, die die Geschwindigkeit der Gebäudesanierung in Richtung energieeffizienterer Systeme beschleunigen soll.

  • So sollen Fahrpläne zur Erhöhung des Bestands an emissionsarmen und-freien Gebäuden bis 2050 erarbeitet werden, und die Energieeffizienz neuer Gebäude verbessert werden.
  • Weiters soll die Nutzung von neuen Informations- und Kommunikationstechnologien sowie „intelligente“ Technologien gefördert werden – Automatisation.
  • Die Infrastruktur für Elektromobilität soll erweitert werden.
  • Planung und Förderung von Renovierungskonzepten (auch) in Stufen sollen forciert werden.
  • Pläne zur Senkung der Energiearmut und Maßnahmen sind auszuarbeiten.
  • Zur Senkung des Energieverbrauchs sollen Effizienzmaßnahmen festgelegt werden.

2021 wurde von der Europäischen Kommission im Rahmen des Green Deal ein Vorschlag zur Überarbeitung der Gebäuderichtlinie (COM 2021/802) erstattet.

Von besonderer Bedeutung ist der Vorschlag der EK zur Überarbeitung der Gebäuderichtlinie 2018 mit der vorgeschlagene Einführung von „Zero-Emission-Gebäuden“, die sich auf Gebäude mit sehr hoher Energieeffizienz bezieht. Der noch sehr geringe Energiebedarf soll laut Definition auf Gebäude-, Quartiers- oder Gemeindeebene vollständig durch Energie aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden, sofern technisch machbar. Die überarbeitete EPBD zielt darauf ab, emissionsfreie Gebäude als Standard zu etablieren und schlägt vor, dass ab 2030 alle neuen Gebäude emissionsfrei sein müssen. Darüber hinaus schlägt die Kommission im Einklang mit dem Potenzial für schnellere Maßnahmen im öffentlichen Sektor vor, dass alle neuen öffentlichen Gebäude bereits ab 2027 emissionsfrei sein sollen.

  • Ab 2030 muss der Lebenszyklus-Global Warming Potential von Neubauten berechnet werden – ab 2027 für Gebäude mit einer Nutzfläche von 2000 m2.
  • Neue Mindeststandards für Energieeffizienz durch Einführung von Energieklassen
  • Einführung von Renovierungspässen für eine stufenweise Renovierung, damit das Ziel – 2050 Zero-Emission-Gebäude – erreicht wird.
  • Die Nationalen Energie- und Klimapläne müssen nun auch die Gebäudesanierungspläne beinhalten.
  • Im Sinne der Dekarbonisierung des Gebäudesektors sollen fossile Brennstoffe im Heiz- und Kühlbereich auslaufen.
  • Einrichtung von mind. 1 Ladestation für 10 Parkplätze und für jeden Parkplatz auch ein Fahrradabstellplatz (für E-Bikes)
  • Für die Renovierungen sind geeignete Finanzmittel zur Verfügung zu stellen.
  • Neue Regelungen für die Erstellung von Energieausweisen
  • Neue Regelungen für die Inspektion von Heizungsanlagen ab einer Nennleistung von 70 kW
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