Was es mit dem Ölheizungsverbot wirklich auf sich hat

Viele Ölheizungsbesitzer befürchten momentan ein Ölheizungsverbot, das angeblich von der Bundesregierung geplant ist. Fakt ist: bei den politischen Bestrebungen geht es nur um die Verwendung fossiler Brennstoffe. Ölheizanlagen können weiterhin verwendet werden – dank synthetischer Brenn- und Kraftstoffe in Zukunft sogar CO2-neutral.

Seitdem die türkis-grüne Regierung Anfang 2020 ihre Arbeit aufgenommen hat, geistert der Begriff „Ölheizungsverbot“ immer wieder durch die Medien. Zahlreiche Ölheizungsbesitzer befürchten deswegen, dass sie ihre bestehende Anlage bald nicht mehr verwenden dürfen. Wer mit Öl heizt, braucht sich aber keine Sorgen zu machen. IWO Österreich verfolgt laufend die Rechtslage, bezieht Stellung zu Gesetzentwürfen und klärt Verbraucher darüber auf, was wirklich Sache ist.

 

ABSICHTSERKLÄRUNG IST KEIN ÖLHEIZUNGSVERBOT

Das gemeinsame Regierungsprogramm „Aus Verantwortung für Österreich“ der türkis-grünen Bundesregierung sieht unter anderem ein „Phase-out“ für Öl am Raumwärmemarkt vor. Konkret handelt es sich dabei vorerst lediglich um eine Absichtserklärung, den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen voranzutreiben. Um das in die Tat umzusetzen, ist folgender Stufenplan vorgesehen:

Ab 2020: Einbauverbot von Ölheizungen im Neubau

Ab 2021: Einbauverbot von Ölheizungen bei einem Heizungswechsel

Ab 2025: Verpflichtender Austausch von Ölkesseln, die älter als 25 Jahre sind

Ab 2035: Verpflichtender Austausch aller Ölkessel

 

ÖLHEIZUNGSVERBOTE AUF LANDESEBENE

Gesetzliche Maßnahmen müssen erst durch die Bundesländer erfolgen und bleiben abzuwarten. Der Einbau von Ölkesseln ist aktuell österreichweit lediglich in Neubauten verboten. In Tirol und Wien gilt dies auch im Fall einer größeren Renovierung*. Allerdings ist in Tirol die weitere Nutzung fossiler Brennstoffe unter bestimmten Voraussetzungen bis 2025 gestattet. Bis zum jetzigen Zeitpunkt ist sowohl die Verwendung von Heizöl wie auch der einfache Kesseltausch in jedem Bundesland erlaubt. Einige Bundesländer haben mittlerweile Entwürfe zur Begutachtung aufgelegt, in welchen der Einsatz von Ölkesseln und flüssigen fossilen Brennstoffen eingeschränkt werden soll.

IWO Österreich setzt sich mit schriftlichen Stellungnahmen an die Politik und persönlichen Gesprächen mit Landesvertretern dafür ein, dass die Anliegen der Ölheizungsbesitzer berücksichtigt werden!

*Eine größere Renovierung liegt vor, wenn mehr als 25% der Gebäudehülle saniert werden und die Kosten der Sanierung 25% des Gebäudewertes übersteigen.

 

TAUSCH ALTER KESSEL ZAHLT SICH AUS

Alle von der Bundes- und den Landesregierungen geplanten Maßnahmen betreffend bestehende Ölheizungsanlagen NICHT. Bei den politischen Bestrebungen zur „Raus aus Öl“-Aktion geht es um die Verwendung fossiler Brennstoffe. Die Weiterverwendung bestehender Ölheizungsanlagen ist, bis auf einzelne Ausnahmen, uneingeschränkt möglich. Trotzdem lohnt es sich, veraltete Kessel so schnell wie möglich zu modernisieren. Laut Regierungsübereinkommen darf neue Ölheiztechnik nämlich garantiert bis mindestens 2035 verwendet werden. Ein erneuerter Ölbrennwertkessel sichert außerdem nicht nur die eigene Heizzukunft, sondern ist auch umweltfreundlicher. Er arbeitet hocheffizient und verbrennt praktisch feinstaubfrei. Die Einsparung pro erneuertem Kessel liegt bei bis zu 40 % des Jahresverbrauchs. Das bedeutet gleichzeitig auch eine Einsparung von 40 % an CO2-Emissionen.

Übrigens: Die Ölheizung ist bis heute ein Garant für Versorgungssicherheit. Warum das so ist, gibt es hier nachzulesen!

 

ÖLHEIZUNG IN ZUKUNFT CO2-NEUTRAL

Noch klimafreundlicher werden Ölheizungsanlagen künftig durch die Umstellung von Heizöl extraleicht auf synthetische Flüssig-Brennstoffe. Deren Einsatz steht bereits kurz bevor, wie das Projekt „Innovation Flüssige Energie“ zwischen IWO Österreich und der AVL List GmbH beweist. Gemeinsames Ziel ist die Errichtung Europas innovativster Power-to-Liquid-Anlage. Diese wird es ermöglichen, klimafreundliche synthetische Brenn- und Kraftstoffe herzustellen. Die neue Brennstoff-Generation kann in bestehenden Ölheizungsanlagen problemlos verwendet werden. Aufwendige und teure Umrüstungen sind dabei nicht nötig. Da CO2-neutrale Flüssig-Brennstoffe zu erneuerbaren Energieträgern zählen, wären sie auch von möglichen Einschränkungen bei Ölheizungen nicht betroffen.

 

ÖLHEIZUNGSVERBOT IN DER PRAXIS FAST UNMÖGLICH          

Ein gesetzlich erzwungener Austausch aller Ölheizungen ist unrealistisch und in der Praxis kaum umsetzbar. In Österreich heizen aktuell über 650.000 Haushalte mit Öl. Möchte die Bundesregierung bis 2035 im Zeitplan bleiben, müssten dafür täglich ca. 110 Ölkessel getauscht werden. Schon alleine der Fachkräftemangel bei Elektrikern und Installateuren macht dies höchst unwahrscheinlich. Auch aus juristischer Sicht wäre ein Ölheizungsverbot problematisch. Ein „Zwangstausch“ der Heizungsanlage würde nämlich einen massiven Eingriff in das Eigentumsrecht bedeuten. Dieses ist ein hohes Gut, welches in Österreich zum Glück gut geschützt ist.

Eine verpflichtende Umstellung auf alternative Energiesysteme würde die österreichischen Konsumenten außerdem in Summe bis zu 15 Milliarden Euro kosten. Versprochene Förderungen von Bund und Land gibt es erst im Nachhinein und machen auch nur einen Bruchteil der Gesamtkosten aus. Besitzer müssen somit Ausgaben in der Höhe von bis zu 25.000 Euro selbst stemmen – und das nur für die Anschaffung. Zusätzlich fallen noch Entsorgungskosten für Altsysteme und Umbauarbeiten an, die beispielsweise bei einer Pelletheizung notwendig sind. Angesichts der momentan schwierigen wirtschaftlichen Lage ist das für viele Haushalte unmöglich finanzierbar.

ÖLHEIZUNGSBESITZER MÜSSEN GEHÖRT WERDEN 

Die Ölheizung ist am Raumwärmemarkt unverzichtbar! Klimapolitik ist nur dann wirklich nachhaltig, wenn sie Rücksicht auf die Konsumenten nimmt. Als Interessenvertretung der heimischen Ölheizungsbesitzer fordert IWO Österreich deswegen bei allen geplanten Einschränkungen fossiler Brennstoffe:

1.) Realistischere Ziele

Längere Übergangsfristen und Ausnahmeregelungen aus wirtschaftlichen oder technischen Gründen!

2.) Soziale Umsichtigkeit

Berücksichtigung sozialer Härtefälle in der Gesetzgebung!

3.) Technologieneutralität

Alle Energieträger sollen für staatliche Forschungs- und Entwicklungsförderungen infrage kommen!

4.) Wahlfreiheit

Die Wahl der eigenen Heizungsanlage soll eine persönliche Entscheidung bleiben!

5.) Innovation statt Verbote

Technische Weiterentwicklung ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Energiewende. Klimaschutzziele werden dadurch effizienter erreicht als durch sinnlose Verbotspolitik!

 

IWO Österreich wird sich weiterhin für die Bedürfnissen der Ölheizungsbesitzer einsetzen! Unter http://www.iwo-austria.at/einschraenkungen informieren wir laufend über neuste Entwicklungen, damit Sie rechtzeitig Vorkehrungen treffen können. Persönliche Anfragen beantworten wir gerne auch telefonisch (+43 1 710 68 99) oder per Mail (wien@iwo-austria.at).

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